15.07.2010 
SAP übernimmt Sybase 

Walldorf, im Mai 2010 – Der Softwarekonzern SAP gab am Mittwoch die geplante Übernahme von Sybase für 5,8 Mrd. Dollar bekannt. Ziel ist die Bereitstellung von Lösungen für „drahtlose“ Unternehmen durch die Kombination der Technologie beider Unternehmen, die bereits eine Vereinbarung zur Übernahme von Sybase unterzeichnet haben.

 

Das bedeutet laut SAP-CEO Bill McDermott aber keine Abkehr von der Multiplattformstrategie, die heute neben der SAP-eigenen MaxDB auch Datenbanken wie Oracle, IBM DB2 und Informix oder Microsofts SQL-Server erlaubt.

Sybase wird wie Business Objects als eigenständige Einheit agieren – unter dem Namen „Sybase, ein Unternehmen der SAP“. Auch nach der Übernahme wird das Management von Sybase die Geschäfte führen. Der Vorstand der SAP AG beabsichtigt, dem Aufsichtsrat der SAP AG die Berufung des CEO und Chairman von Sybase in den SAP-Vorstand vorzuschlagen.

Laut SAP entspricht der Angebotspreis, der nur knapp unter den 4,8 Mrd. Euro für die bisher größte SAP-Übernahme von Business Objects liegt, einem Aufschlag von 44 Prozent gegenüber dem gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs von Sybase in den vergangenen drei Monaten. Der Kauf soll aus liquiden Mitteln sowie über ein Darlehen in Höhe von 2,75 Mrd. Euro finanziert werden. Die Übernahme soll schon im Herbst abgeschlossen werden und unmittelbar zum Gewinn beitragen, durch Synergien, Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen.

Synergien werden über Produktlinien und Märkte hinweg für beide Unternehmen erwartet. SAP will ihre ERP-Software schneller auf mobilen Endgeräten anbieten und die Umsetzung ihrer In-Memory-Strategie beschleunigen, was die Zahl potenzieller SAP-Anwender ebenso deutlich erhöhen soll wie den Wert von SAP-Investitionen bei Kunden.

Zudem ermöglicht die innovative mobile Plattform von Sybase, alle Arten von Anwendungen und Daten (SAP und andere) zu integrieren und über mobile Endgeräte darauf zuzugreifen. SAP, Sybase und die Kunden beider Häuser können künftig das Messaging Network von Sybase nutzen. Über mehr als 850 Betreiber stehen damit 4 Mrd. mobilen Nutzern weltweit Informationen, Transaktionen und Werbung auf ihren Endgeräten zur Verfügung.

Der Datenbankpionier Sybase will durch die In-Memory-Technologie der SAP die Performance seiner Analysesoftware wesentlich erhöhen und zudem seine Expertise bei der Verarbeitung komplexer Ereignisse und Analysen aus dem Finanzsektor auch Kunden anderer Branchen und Märkte zur Verfügung stellen, in denen SAP vertreten ist.

Außerdem soll das Datenbankgeschäft von Sybase durch die In-Memory-Technologie der SAP um integrierte Transaktions- und Analysefunktionen erweitert werden. Im gleichen Zug sichert die SAP ihren Kunden zu, auch weiterhin für alle Lösungen und Produkte des Unternehmens den Einsatz anderer bedeutender Datenbanksysteme zu unterstützen.

Mit Hauptsitz in Dublin (Kalifornien/USA) bietet Sybase heute Lösungen, um Daten sicher zu verarbeiten und mobil zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören festinstallierte und mobile Datenbanken, Middleware, Synchronisation, Software für Verschlüsselung und Endgeräteverwaltung sowie mobile Messaging-Services. „Anwender wollen heute immer öfter auf ihre Geschäftsapplikationen über mobile Endgeräte zugreifen – gleich, ob es ein Planer in der Fertigung, ein Manager im Einzelhandel oder ein Unternehmer in einem Schwellenland ist“, erklärte Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher der SAP AG.

„Durch die Kombination von SAP und Sybase können Anwendungen auf führenden mobilen Endgeräten genutzt werden. Außerdem werden Innovationen rund um das etablierte Datenbankgeschäft von Sybase ´echte`Echtzeitanalysen ermöglichen und die jahrzehntelange Barriere zwischen Unternehmensanwendungen und -analyse beseitigen.“

 

Quelle : www.sap.de